Webbekanntschaften

"Ich hab heut n Blind-Date.."

"Mit wem um Himmels Willen??"

*stolz* "Mit einem von Elite-Partner!"

*erschrocken* "Du bist bei Elite-Partner?"

*nickend* "Jap."

*räusper* "Schön" *Pause* "Und wie ist er so?"

"Nett. Er hat in seinem Profil angegeben, er ist sehr gutaussehend, athletisch gebaut und hat einen Kamin."

"Habt ihr Bilder verschickt?"

"Nee, noch nicht."

"Aber ihr trefft euch heut?"

"Ja, heut Abend"

*ironisch* "Klingt alles sehr stimmig. Es sind immer die so seeeehr gutaussehenden, athletisch gebauten, die keine Fotos von dir sehen wollen. Die legen auf sowas ja BEKANNTLICH GAR KEINEN WERT"

"Du bist doof."

"Falsch: Ich bin nur ne wirklich gute Freundin. Geh nicht dahin!"

4.2.10 17:57, kommentieren

Wir sind allergisch!

"Wir sind alle allergisch gegen die Hausstaubmilbe. Beim Nick Henry ist es ganz schlimm. Der Arzt meint, wir sollen solche Schutzbezüge kaufen. Für das Bettzeug. Haben Sie so etwas da?" Der Nick Henry wickelte konzentriert ein Bonbon aus, steckte es sich in den Mund und warf das Papier dann auf den Boden. Ich sah auf ihn herab. Ein durchschnittliches Kind. Vielleicht acht Jahre alt. Etwas untersetzt. Nichts ließ darauf schließen, dass er seinen angloamerikanischen Namen auch mal wirklich gebrauchen könnte. Er sah mehr aus wie all die anderen kleinen Träger großer Namen. Kaum jemand heißt ja noch Florian oder Thomas. Die Leon Luc´s, Marvin Joel´s, Britney Pamela´s, Luna Marie´s und Liam Noah´s dieser Welt lassen meinen Namen ganz schön alt aussehen. 25 Jahre alt, um genau zu sein. Vor fünf Jahren habe ich ein Studium abgebrochen. Es wäre wohl ein Lehramt geworden. Vielleicht hat mir damals schon ein "Kein-Kind-mit-bescheuertem-Namen-an-Board"-Aufkleber auf einem Wagen vor mir einen kleinen Schups in die richtige Richtung gegeben. Richtung Uni-Ausgang. Deshalb unterrichte ich heute keine Candys. Und die gibts nicht selten, seht im Internet nach. "Hier steht: Auch für den daneben liegenden Ehemann werden Bezüge empfohlen.", las die Apothekerin von dem Zettel in ihrer Hand laut vor. Ich sah wieder zu Nick Henry herunter. Er popelte in der Nase. "Ja, die Allergie hab ich nur. Aber mein Mann soll auch geschützt...also, die Seite...die soll auch geschützt werden.", die Mutter von Nick Henry kramte in ihrer Handtasche. Eine weitere Mitarbeiterin der Apotheke trat in den Verkaufsraum. Ich kaufte Kopfschmerztabletten und Hustensaft. Als ich wieder auf den schneebedeckten Bürgersteig trat, überlegte ich, ob der "daneben liegende Ehemann" wohl ein Textbaustein der Arztpraxis war.

1 Kommentar 3.2.10 19:30, kommentieren

Während sie schlief...

Um 22:56 Uhr schreibt er ganz zielbewusst: Ich geh auch gleich nach Hause!

Um 03:05 Uhr schreibt er: So, ich bin jetzt auch zu Hause.

*nickend* Männer! Ich vermute, du hattest um 23:01 das letzte Bier bestellt, aber die Kellnerin hatte ne Laufmasche. Und die war ziemlich offensichtlich - so fast ganz ohne Rock drüber. Deshalb musste sie schnell in die Besenkammer und sich umziehen.

Das hat bis 23:45 gedauert. Und um 23:51 stellte sich heraus, dass der Wirt Geburtstag hat! Also ab 00:00. Da konnte man nicht einfach gehen. Das wäre unhöflich.

So, und um 00:30 wolltest du dann endlich los. Die Anstands-Halbestunde war ja mit Ach und Krach geschafft. Aaaaber: Da kam gerade die Natascha zur Tür rein. Mit so nem kleinen Trolli. Auf dem Weg zur Backstage-Area habt ihr euch getroffen. Ihr war ein schwarzer Lederhandschuh aus der Manteltasche gefallen. Du mit deiner Adler-Scan-Brille hast es gesehen und hast ihn ihr hinterhergebracht. Kurz vor dem roten schweren Samtvorhang hast du sie eingeholt. Es folgte ein kurzer Small Talk.

"Ach", sagt sie, "komm doch kurz mit, ich muss schnell noch ein paar Sachen vorbereiten." Da du ein äußerst kontaktfreudiger Mensch bist, bist du mal mit hinter den Vorhang. Da öffnet die Natascha ihren Trolli. "Ich mach hier heut noch ne schnelle Show. Du könntest helfen! Das wär doch witzig! Außerdem kennen wir uns ja schon. Das ist immer gut für die Chemie auf der Bühne!"

Bühne, denkt er sich, Bühne kenn ich. Das kann ich bestimmt. Da er den Nervenkitzel des Unerwarteten liebt, fragt er nicht, um was es geht. Höchstwahrscheinlich wird es ihn eh wieder unterfordern.

Also folgt er Nataschas Anweisungen, schnappt sich einen kleinen Holzstuhl ohne Armlehnen und stellt ihn mitten auf die dunkle Bühne. Er nimmt Platz. Da sitzt er nun gespannt. 



Zu Hause müsste folgende Version herhalten:
Ja, aaaaalso, ich hab da die Natascha getroffen. Und die musste da auch arbeiten. Also, so als Ausgleich zu ihrer Kneipe. Die macht dann quasi so ne Animation. Für Männer. Also so ne Animation für Männer. Im Kostüm. Also in verschiedenen Kostümen. Seeeehr anspruchsvoll und wirklich mit Niveau.

Und mit Kochtipps. Für Männer. Für zu Hause. Viel mit Sahne so.

"Und woher kennst du das Programm so genau?"

Ähh ... ja.. lustige Geschichte. Ich hab ihr geholfen. Ich glaub ihr Assistent war vielleicht krank?! Naja, also, ich bin da jedenfalls eingesprungen. So. Ganz kurz bloß.

Eigentlich hält man dann da auch nur so Sachen. Oder man gibt ihr was an. Oder man hilft ihr irgendwie aus was raus oder so. Also beim Kostümwechsel jetzt.



Die Animation geht bis zwei. Deine Krawatte ist voll Schokoladensauce. Dein Hemd am rechten Oberarm leicht angerissen. Deine Brille hängt schief. Dein Hals weist Spuren roten Lippenstifts auf.

Du wirkst leicht apathisch und starrst auf die abgebrannte Kerze in deiner rechten Hand.

Du bemerkst, dass du keine Schuhe mehr anhast.
Deine Haare sind zerzaust und du hörst lautes Gegröle.

"Sauber!" "Waaahnsinn!" "Junge, das war geil!"

Natascha bittet dich, den Stuhl wegzubringen, auf dem du hängst.

Äh....klar...Stuhl! Sie wischt dir Sahnereste aus dem Mundwinkel und hilft dir hoch.

Ein wirklich guter Freund fängt dich ab, als du ferngesteuert den Ausgang ins Auge fasst. "Ey Kumpel, so kannst du echt nicht nach Hause!"

Du schaust an dir herunter.

Gegen 02:45 hat der wirklich gute Freund dich generalüberholt. Du hast vier Tassen Kaffee getrunken und seinen Anzug an. Dein Gesicht ist entschminkt. Rot bist du nur noch, weil dein Kopf 15 Minuten in eiskaltem Wasser lag.

Du schläfst zu Hause auf der Couch, um niemanden zu wecken.

31.1.10 15:52, kommentieren

Winterzeit

Guten Morgen!

Es ist 10:30.

Beim nächsten Piep suchen sie bitte den Hörgeräteakustiker auf.

Draußen sind es minus 13 Grad. Vergessen Sie die dicken Winterschuhe nicht! Bewerfen Sie vorzugsweise nur jüngere Passanten ohne Gehbeeinträchtigungen mit steinharten Schneeballgeschossen, da es sonst zu teuren Oberschenkelhalsbrüchen kommen kann.

Gerade für Menschen, die wenig über ihren Versicherungsstatus wissen, kann dies zu einer hohen Verschuldungssituation führen.

An- und Verkaufstellen Ihrer Region entnehmen Sie bitte den örtlichen gelben Büchern. Gerade Laptops (übrigens auch älteren Datums), Windows-Handys, Poken (auch in der Business-Version) werden gerne genommen.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen das aktuelle Newsstudio.

1 Kommentar 31.1.10 15:47, kommentieren